Gesellschaft
MI
18.11.2009
"Besonders stark brennt das Judenviertel…"
MI 18.11.2009
Die deutsche Luftwaffe und der Holocaust. Illustrierter Vortrag von Hubert Brieden
ORT: Café Siesta
EINLASS: 19:00 Uhr / BEGINN: 20:00 Uhr
EINTRITT: frei
RUBRIK: Gesellschaft

Vor 70 Jahren begann mit dem Angriff auf Polen der Zweite Weltkrieg. Wesentlichen Anteil am Erfolg dieses ersten “Blitzkrieges” hatte die deutsche Luftwaffe, die ihr Handwerk unter Kriegsbedingungen während des Spanischen Bürgerkrieges perfektioniert hatte. Auch Bomberbesatzungen des Kampfgeschwaders Boelcke aus der Region Hannover, von den Fliegerhorsten Wunstorf und Langenhagen, hatten als Bestandteil der Legion Condor Luftangriffe gegen republikanische Städte auf der iberischen Halbinsel geflogen, darunter den auf die baskische Ortschaft Guernica.

Am 1. September 1939 starteten die Flieger zum Angriff auf Ziele in Polen. Anders als bis heute vor allem in der regionalen Geschichtsschreibung behauptet, wurden neben militärischen Zielen auch Wohnviertel bombardiert. Doch nicht nur das: Am 13. September 1939 flogen deutsche Bombereinheiten einen Angriff gegen das große jüdische Viertel in Warschau. Die Besatzungen orientierten sich an Luftbildern, auf denen die jüdischen Wohngebiete besonders markiert waren. Nach dem Abwurf von rund 7.000 Brandbomben und eigens präparierten Brandtanks standen ganze Straßenzüge des jüdischen Viertels in Flammen und waren tagelang nicht zu löschen. Der Luftangriff auf das jüdische Viertel in Warschau war kein Einzelfall. Und auch das Kampfgeschwader 27 Boelcke war an weiteren solchen Angriffen beteiligt.

Der Historiker Hubert Brieden stellt die aktuellen Forschungen des Arbeitskreises Regionalgeschichte zu einem bis heute verschwiegenen Kapitel der deutschen Militärgeschichte dar: der Beteiligung der deutschen Luftwaffe am Vernichtungskrieg gegen die polnischen Juden.

Nach einem Bombenangriff auf die Warschauer Vorstadt Wola

 

Eine Veranstaltung der Geschichtswerkstatt Hannover im Rahmen des Begleitprogrammes zur Initiative Zug der Erinnerung. In Kooperation mit dem Arbeitskreis Regionalgeschichte, der Rosa Luxemburg-Stiftung und dem Ver.di-Bildungswerk.

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